Volkstrauertag 2018
18 November

Heute begehen wir den Gedenktag um die Gefallenen kriegerischer Auseinandersetzungen, insbesondere der Toten und Vermissten der beiden Weltkriege. Wir unterscheiden hierbei heute nicht zwischen Völkern, Religionen, Nationalitäten oder Hautfarben sondern betrauern jedes Leben, welches im Kriege genommen wurde. Wir beweinen jegliches menschliches Leid, sei es durch Versehrung, Vergewaltigung oder seelische Verletzungen. Der Krieg hat einen langen Arm. Noch lange nachdem er vorbei ist, holt er sich seine Opfer. Bis heute leiden Kriegswaisen und Überlebende unter dem Leid, welches der zweite Weltkrieg und die NS-Schreckensherrschaft über unser Land und die Menschen gebracht hat. Zum 100. Male jährt sich in diesem Jahr das Ende des 1.Weltkrieges. Welche Bedeutung dieser Jahrestag hat, ist unstrittig. Er soll uns dafür stehen, dass sich nie wieder Menschen bekämpfen sollten. Weder in Schützengräben, noch auf Schlachtfeldern, noch in sonstigen Formen der Kriegsführung. Auch die Feuerwehr trägt ihre Mitschuld an den Kriegen. Standen im 1.Weltkrieg noch die Kameraden nur im Felde, so wandelte sich dies in der Zeit des Nationalsozialismus gefährlich. Feuerwehrleute erhielten polizeiliche Befugnisse. Sogenannte Unterführer der Feuerwehr trugen sogar Schusswaffen und machten Gebrauch davon. So ermordeten Feuerwehrleute im April 1945 geflohene KZ-Häftlinge. Gegen Ende des Krieges fanden Mannschaften der Feuerwehr als Infanteristen in Kampfhandlungen Verwendung. So wurden sie zur Verteidigung der Städte herangezogen und am 28.08.1944 zu Kriegshandlungen berechtigt. Im Rahmen der Reichspogromnacht ließen Feuerwehrleute Synagogen und jüdische Wohnungen ausbrennen, ohne zu löschen. Nicht selten hatten sie diese zuvor angezündet. Ein Signal der Billigung und sogar der Umsetzung des Antisemitismus. Feuerschutzpolizeiregimenter mit einer Stärke von etwa 6000 Mann wurden aufgestellt. Hierbei handelt es sich ab 1942 um paramilitärische, bewaffnete, infanteristische Truppenverbände. Feuerwehrleute, die eigentlich Schutz und Hilfe bringen sollten, wurden zu Mördern, Brandstiftern und Beihelfern. Heute ist das alles Geschichte. Und doch haben wir heute eine Verantwortung. Wir haben die Verantwortung dafür zu sorgen, dass die Geschehnisse der damaligen Zeit sich keines Falls wiederholen! Das Menschen sich verbrüdern, gemeinsam in einer friedlichen, toleranten, offenen und ehrlichen Gesellschaft zusammen leben ist Wunsch und zugleich Ziel der heutigen Generationen. Dieses Ziel zu fördern und zu erreichen sei unser aller Anliegen. Im Bewusstsein der Schrecken der Kriege gedenken wir unseren gefallenen Kameraden und allen Opfern der Kriege. Die Freiw. Feuerwehr der Stadt Kierspe