Dank eines Feuerwehrmannes
06 Oktober

Quelle: www.fudder.de Andreas Palzer ist ein freiwilliger Feuerwehrmann in Freiburg. Er erklärt in einem Brief, warum den Freunden und Familien freiwilliger Einsatzkräfte besonderer Dank gilt. Dem können wir uns nur anschließen. Deshalb veröffentlichen auch wir seine Worte und richten sie an all unsere Familien und Freunde. „Freitagabend, 20 Uhr. Meine Mutter ist zu Besuch. Ich stehe in der Küche, koche und freue mich darauf, gleich mit meiner Familie zu Abend zu essen. Noch schnell die Nudeln ins… Tüdeldü! Tüdeldü! Piieep! Piieep! Shit. Alarm! Ein Blick auf das Textfeld des Funkmeldeempfängers lässt nichts Gutes erahnen. Brand 4 – Dachstuhlbrand. Herd aus. Schuhe an. "Bis später!" rufe ich beim Herausrennen aus der Tür. Gerade noch hatte ich den Kochlöffel in der Hand. Jetzt, keine zehn Minuten später, stehe ich mit unserem Löschfahrzeug mitten auf der Eschholzstraße und suche einen Hydranten. Es ist hektisch. Es ist laut. Das Feuer kann man riechen. Den Rauch haben wir bereits auf der Anfahrt gesehen. Es brennt in der Seitenstraße gleich um die Ecke. Weitere Feuerwehr-, Rettungsdienst- und Polizeifahrzeuge erreichen den Einsatzort. Die Straßen sind gehüllt in das blaue Licht der Einsatzfahrzeuge. Schläuche liegen umher. Jeder Gedanke dreht sich jetzt um den Einsatz. Und zu Hause? Zu Hause stellt sich meine Familie jetzt die Frage, ob man lieber mit dem Essen warten soll oder nicht. Genau: oder nicht! Erst etwa fünf Stunden später bin ich wieder zurück. Alle anderen liegen da schon im Bett. Unsere Familien, Kinder, Freunde, Freundinnen, Eltern, Großeltern, eben alle, die uns nahe stehen, müssen einiges mitmachen. Was geht wohl in ihnen vor, wenn wir als freiwillige Feuerwehrfrauen und -männer einfach so aus der Tür rausrennen? Musste das jetzt sein? Schon wieder? Wir wollten doch gerade essen. Oder, wir wollten doch ins Kino. Oder, du wolltest doch jetzt aufräumen. Oder, oder, oder. Naja. Wenn es nicht wichtig wäre, dann wärst du ja nicht gegangen. Du kommst bestimmt gleich wieder zurück. Ich erinnere mich daran, wie einmal sonntagmorgens gegen 9.30 Uhr der Melder piepste und ich das Haus mit den Worten "Ich bringe gleich Brötchen mit" verlassen habe. Es hatte an diesem Tag geregnet. Es hatte sehr viel geregnet. Mehr als 13 Stunden später war ich wieder zu Hause. Brötchen gab es keine mehr. Meine Freundin? Lag schon wieder im Bett. Es ist leider selten so, dass man zu Hause sitzt und gerade nichts zu tun hat, oder dass man zufällig in einer langweiligen Vorlesung sitzt, wenn der Melder Alarm schlägt. Der Melder geht selten, wenn man es gebrauchen könnte. Gefühlt ist man meistens mit seinen Liebsten zusammen, wenn der Alarm kommt. Das ist schade für uns, aber vermutlich noch schlimmer für die, die wir verlassen. Wir könnten unsere Arbeit für die Stadt, für die Gesellschaft nicht durchführen, wenn unsere Liebsten nicht so verständnisvoll wären. Nicht nur uns gilt der Dank. Ganz besonders gilt der Dank denen, die uns bei unserer Arbeit als freiwillige Einsatzkräfte bei der Feuerwehr unterstützen. Es ist unsere Leidenschaft und euer Verständnis. Herzlichen Dank dafür!“ Quelle: www.fudder.de Bilder Fahrzeuge der Feuerwehr Kierspe LZ 1 - 4, Einsatzbilder Kierspe, DLK 23/12 FF Wipperfürth